Herzlich Willkommen



Hallo auf der Seite Erdensterne. 


Du findest hier kurze Geschichten und Gedanken einer vernetzt träumenden Denkerin.


Alle Texte und Fotos von mir dürfen gerne mit meinem Namen darunter weiterverbreitet werden. 


Ich wünsche dem Lesenden viel Inspiration für sich selbst.


Herzlich Eliane Weber



Und für einen kurzen Moment
bist du Teil der Geschichte.
Du blühst in voller Pracht
und die Schönheit deines Daseins
erfüllt das Gefüge.
Genau in diesem Moment.
Gleich wird er schon vorüber sein,
doch die Spuren deiner Präsenz
haben das Gefüge bereits verändert.


Eliane Weber


Bild: Vero Freiburghaus
Bild: Vero Freiburghaus

Die Geschichte der Libelle

Es war einmal eine kleine Larve. Sie lebte in einem kleinen Teich, wo sie ihre Tage in gemütlichem Dasein verbrachte. Die kleine Larve war zufrieden mit ihrer Welt und hatte alles, was sie brauchte. Manchmal, da legte die Larve ihre alte Haut ab und darunter erschien sie in einem neuen Kleid. Mit jeder Häutung wuchs sie ein kleines Stückchen. Sie wurde dabei auch weiser und lebenserfahrener. Jedes Mal, wenn sie ihr altes Kleid ablegte, begann für sie ein neuer Lebenszyklus.

Irgendwann einmal, nach vielen Jahren und fast zehn Metamorphosen, da spürte die Larve, wie sich ihre Zeit langsam dem Ende näherte. Sie wurde müde und alt. Das Schwimmen im Teich strengte sie an und sie wusste, ihr Körper würde nun bald vergehen.

Wie es all die anderen alten Larven vor ihr schon gemacht hatten, verabschiedete sie sich und ging los, um den Tümpel für immer zu verlassen. Der Abschied war nicht einfach und sie hatte Angst davor, was nun kommen würde. Mit letzter Kraft zog sie sich aus dem Wasser und heftete sich an einen Stein, um dort zu sterben.

Der Körper der Larve begann, sich zu verändern. Sie atmete schnell, ihr wurde kalt und sie konnte sich kaum mehr bewegen. Sie verharrte an diesem Stein bis sie den letzten Atemzug gemacht hatte.

Doch dann passierte etwas Sonderbares. Sie war noch da. Und sie wusste, sie musste diesen Körper nun verlassen. So schälte sie sich langsam frei und als sie draussen war, da bemerkte sie auf einmal wunderprächtige Flügel an ihrem Rücken.

Und ihr Körper hatte sich verändert, sie schillerte nun in den schönsten Farben, die die Natur zu bieten hat. Sie war eine Libelle geworden.

So nahm die Libelle allen Mut zusammen und flog das erste Mal los. Sie liess sich treiben und fühlte plötzlich eine unglaubliche Freiheit in sich. Sie merkte bald, wie flink und geschickt sie war im Flug. Sie streifte durch die Lüfte, mit der Leichtigkeit einer Elfe. Sie war begeistert und glücklich und flog noch einmal zu ihrem Teich zurück.

Sie wollte es den Larven, die immer noch da unten im Wasser waren, unbedingt erzählen. Sie wollte ihnen sagen, habt keine Angst, wenn eure Zeit gekommen ist und ihr euch verabschieden müsst. Ihr werdet frei sein und wie eine Elfe durch den Himmel fliegen können!

Die Libelle flog über das Wasser und schwebte so nahe an die Wasseroberfläche, wie sie konnte. Sie schrie, was ihre Kehle hergab: Keine Angst! Wenn ihr das Wasser verlassen müsst, ist es noch nicht zu Ende! Ich bin frei und schwebe durch die Lüfte!

Doch die Larven im Wasser konnten sie nicht hören. Sie wussten nicht, dass ausserhalb ihres Teiches noch eine andere Welt existierte. Ihre Ohren konnten die Töne nicht wahrnehmen. Ihre Augen konnten nicht sehen, was über der Wasseroberfläche war, ja sie wussten noch nicht einmal, dass es überhaupt eine Wasseroberfläche gibt.

Die Libelle wurde etwas traurig. Sie dachte nach. Auch sie hatte nicht gewusst, was passieren wird, wenn man das Wasser verlässt.

Auch sie musste sich für immer von ihrem Leben verabschieden. Ein Zurück gab es nicht mehr. So würden es wohl auch die anderen Larven nie erfahren und jede musste weiterhin selber zuerst das Wasser verlassen, um den Himmel entdecken zu können.

Sie flog behende davon und als sie sich sachte vom Wind tragen liess, lächelte sie wieder. Sie hatte nun keine Angst mehr. Irgendwann, das wusste sie, würden die anderen mit ihr fliegen. Und wer weiss, vielleicht würde sie selbst dann schon in der nächsten Welt sein.

Text: Eliane Weber

 



Wenn kleine Engel auf grosse Reisen gehen...

Da war einmal ein fröhliches Engelein, das hat sich eines Tages entschieden, als Menschenwesen zu uns auf die Erde zu kommen. So hat es begonnen, sich für die grosse Reise vorzubereiten.

Hui, gab das viel zu tun. Erst mal musste es sich irgendwo auf diesem grossen Planeten einen schönen Wohnort aussuchen. Hmm... möchte ich am Meer geboren werden, wo ich jeden Tag mit den Fischen schwimmen kann und die Sonne immer scheint? Oder möchte ich in einer grossen Stadt aufwachsen, wo immer etwas los ist und es jeden Tag etwas Neues zu entdecken gibt? Oder würde es mir wohl in den Bergen besser gefallen, wo ich viele Tiere um mich habe und unzählige Blumen kennenlerne?

Eine schwierige Entscheidung. Das fröhliche Engelein war fast schon überfordert und konnte sich einfach nicht entscheiden. Zu gross war die Auswahl. Der Tag der grossen Reise rückte immer näher. Viel Zeit blieb ihm nicht mehr, wenn es den Flug nicht verpassen wollte. Es musste nur noch den Zielflughafen auswählen.

So suchte es den Rat seines grossen weisen Schutzengels. Er hatte dem kleinen Engelein schon oft in brenzligen Situationen geholfen. Es vertraute ihm.

"Grosser weiser Schutzengel, ich plane eine grosse Reise zur Erde, um dort als Menschenwesen geboren zu werden. Nun kann ich mich nicht entscheiden, wo ich hin gehen möchte, überall gäbe es etwas Spannendes zu entdecken, das ich lernen und sehen könnte. Was wäre wohl die beste Wahl, kannst du mir einen Ratschlag geben?"

Der grosse weise Schutzengel sah das Engelein liebevoll an. "Hast du denn auch schon an deine Eltern gedacht, die du auf der Erde haben wirst? Die Menschen, die dich von der ersten Sekunde an lieben werden, in deren Herz du für alle Ewigkeit einen grossen Platz einnehmen wirst. Die Menschen, die dir Wärme und Schutz bieten werden, damit dir nichts geschieht, während deiner langen Reise. Die Menschen, die du selber lieben wirst und die auch in deinem Herzen einen festen Platz bekommen werden. Wo immer auf der Erde dein Zuhause sein wird, es spielt keine Rolle, weil das ganze Leben selbst bereits ein spannendes Abenteuer ist. Sei unbesorgt, deine Zeit wird reich sein an Erfahrungen, Eindrücken, Gefühlen und Erlebnissen. Das Entscheidende jedoch, wird die Liebe sein, die du empfangen und geben wirst."

Das fröhliche Engelein dachte nach. "Was ist denn die Liebe?" "Darüber sprechen wir dann, wenn du von deiner grossen Reise zu uns zurückkehren wirst. Du wirst in all den Jahren als Menschenwesen vieles lernen, von anderen Menschen, von den Tieren und von der Natur. Doch das, was du mit all deinen Sinnen und jeder Faser deines Körpers erfahren wirst, wird die Liebe sein. Geh zur Erde und lerne lieben. Reise dorthin, wo du am meisten Liebe empfangen wirst. Höre auf dein Bauchgefühl, lausche deiner inneren Stimme und du wirst das richtige Flugzeug besteigen."

Das Engelein war etwas verwirrt. Als es sich für diese grosse Reise entschieden hat, da dachte es doch an all die spannenden Abenteuer, die es auf der Erde als Menschenwesen erleben möchte. Doch was die Liebe ist? Das konnte sich das fröhliche Engelein noch nicht so recht vorstellen. Es wurde neugierig und wollte unbedingt lieben lernen.

So ging es heim und entschied sich noch am selben Tag für einen Wohnort. Es war ihm nun egal, wo auf der Erde der sein würde. Das Engelein vertraute jetzt auf sein Bauchgefühl. Es wollte so schnell wie möglich seine Eltern kennenlernen und in sein Herz schliessen. Und wenn es eines Tages in vielen Jahren wieder zurück in die Engelwelt kehren würde, dann hätte es gelernt, was die Liebe ist. Der grosse weise Schutzengel würde stolz sein auf das fröhliche Engelein und es könnte selber zum weisen Schutzengel werden für die nächsten kleinen Engelein, die die grosse Reise antreten werden.

So bestieg es schon am nächsten Tag das Flugzeug, lehnte sich entspannt zurück und voller Freude und Zuversicht machte es sich auf in Richtung Erde. Kurz nach dem Start fühlte es schon langsam eine innere Wärme und ein wohliges Gefühl im ganzen Körper. Das Abenteuer Leben konnte beginnen.


Text: Eliane Weber


Bild: Marianne Richarz
Bild: Marianne Richarz

Die Geschichte vom Engel der Zuversicht

Vielleicht kommst du einmal an einen Punkt in deinem Leben, wo dich die Hoffnung bereits verlassen hat und die Verzweiflung laut herausgeschrien sein will. Dann, wenn du zusammenbrechen möchtest, unter der Last, die auf deinen Schultern liegt, dann, wenn du denkst, nun ist der Punkt erreicht, ich bin zu schwach, ich gebe auf.

Dann, ja da bin ich mir ganz sicher, genau dann, wird er den Weg zu dir finden, der Engel der Zuversicht. Er kommt nie zu früh. Er kommt immer genau im richtigen Moment, kurz bevor das letzte Licht zu erlöschen droht. Er fängt dich auf und du darfst dich endlich fallen lassen. Lass los, brich zusammen und lass alle Verzweiflung über dich kommen.

Keine Angst, der Engel der Zuversicht wird dich halten. Deine Tränen werden irgendwann alle ausgeweint sein. Deine Welt wird sich zwar nicht ändern, doch die Zuversicht wird nun bei dir sein. Sie wird dich motivieren, wieder aufzustehen und neue Wege zu suchen, wenn es nötig geworden ist.

Der Engel der Zuversicht ist der letzte, der kommt, wenn Hoffnung und Vertrauen bereits gegangen sind. Er hält die Flamme am Brennen, er lässt das Motörchen laufen, wenn wir vielleicht gerade für einen Moment selber nicht können. Er lässt nicht los und schüttelt uns, wenn es nötig ist, wenn wir ihn zu vergessen scheinen. Er rüttelt uns wach und plötzlich sehen wir wieder klar.

Der Engel der Zuversicht ist der letzte, der kommt, und er bleibt, bis aus Zuversicht wieder Hoffnung und schliesslich Vertrauen in das Leben werden kann.

Und wenn du ihn einmal zu vergessen scheinst, warte nur ab, er wird neben dir sein und es wird dich schütteln und dann wirst du ihn deutlich spüren, wenn du ganz gut hinfühlst und dich in seine grossen tragenden Arme fallen lassen.

Text: Eliane Weber




Die Geschichte vom Engel der Verzweiflung

Ja, es gibt auch ihn. Den Engel der Verzweiflung. Er ist ein guter Freund des Engels der Zuversicht. Manchmal, da besucht er dich plötzlich. Er steht einfach vor der Tür und du fühlst dich überrumpelt, von diesem spontanen Besuch. Doch eigentlich hat er sich, ganz leise und still, schon lange angekündigt.

Du bist vielleicht traurig oder wütend, müde vom Nachdenken oder entmutigt und du fühlst dich gefangen in deiner Situation. Du möchtest ausbrechen, sofort flüchten oder am liebsten einfach nur noch davon fliegen wie ein Vögelchen und dich im Wind treiben lassen. Du möchtest vergessen. Schlafen. Alleine sein. Dein Leben noch einmal "auf Werkeinstellungen zurücksetzen".

Deswegen ist er gekommen, der Engel der Verzweiflung. Gib dich hin. Verzweifle. Weine alle Tränen, die du hast. Stell dich vor das schwarze Loch in deinem Leben und dann spring rein! Es wird dir nichts geschehen, der Engel der Verzweiflung wird mit dir springen. Du bist geborgen und sicher.

Vielleicht wird sie tief sein, deine Schwärze und dein Sprung wird dir unendlich lang vorkommen. Vielleicht wirst du deine schlimmsten Ängste erleiden müssen und durch schweissgebadete schlaflose Nächte wandeln. Vielleicht begegnest du dem Dämon, vor dem du dich so sehr fürchtetest. Vielleicht ist das Schwarz aber gar nicht so dunkel, wie du meintest und es wird mehr ein Dunkelweiss sein, während du fällst. Es spielt keine Rolle, denn du bist getragen vom Engel der Verzweiflung. Er weiss, wie tief man fällt. Er wird dich halten.

Wenn du dann einmal unten angekommen bist, dann wirst du eine Welt entdecken, die plötzlich voller Farben ist. Farben, die du nie zuvor gesehen hattest, von deren Existenz du nicht einmal wusstest. Und wenn du losgehst, dann werden überall an deinem Weg Abzweigungen sein und du kannst wählen, wo du entlang gehst. Das Feld ist weit und offen.

Der Engel der Verzweiflung wird dich nun alleine weiterziehen lassen. Du hast die Dunkelheit für den Moment überwunden. Doch er wird noch eine kleine Weile in deiner Nähe bleiben, um, falls nötig, jederzeit wieder spontan an deiner Türe klingeln zu können. 


Text: Eliane Weber




Und wenn ich einmal nicht mehr da bin, dann wird nichts geschehen. Kein Aussetzer im Rhythmus, kein Stolpern des Universums. Still und leise werde ich vergehen. Und die Welt wird sich einfach weiter drehen. Als ob nichts geschehen wäre.


Das Ziel des Lebens ist das Leben selbst. Heute sind wir hier.

💗live💗love💗try💗feel💗

Lebe, liebe, probiere, fühle...

Je tiefer du in deine Gefühle gehst, desto intensiver werden sie dir erscheinen. Je mehr verschiedene Gefühle du kennenlernst, desto mehr merkst du, wie sie alle zum Leben dazu gehören. Wie sie die Summe unserer Erfahrungen ausmachen.

Vielleicht machst du eine Grenzerfahrung, nach der du nie gefragt hast. Doch wenn du in die Handlung gehst und alles tust, was in diesem Moment in deiner Macht steht, was du leisten kannst, dann wird dich die Erfahrung stärker machen. Es geht nicht ums gewinnen, es geht ums Handeln. Du kannst am Ende sagen, ich habe alles getan, mehr ging nicht. Egal, was dabei herausgekommen ist. Das ist sehr intensiv, bringt dich jedoch aus der Ohnmacht ein Stück heraus. Es wird dir inneren Frieden bringen.

 

Eliane Weber

Juni 2018




Weshalb wir schwarze Engel brauchen...

Wenn wir an Engel denken, dann hat sich vermutlich bei den meisten von uns ein Bild von hellblau und rosa und weiss erstrahlenden Lichtwesen im Kopf festgesetzt. Bestimmt denken wir nicht gerade an schwarze Engel...

Deshalb erzähle ich euch nun, warum wir manchmal auch schwarze Engel brauchen.

Es war einmal das Leben. Mein Leben. Dein Leben. Unser Leben. Wir alle streben jeden Tag irgendwie danach, glücklich zu sein, uns selbst zu verwirklichen, tolle Dinge zu tun und zu haben und möglichst zufrieden mit uns selbst zu sein. Ziele haben wir uns gesteckt, Träume geträumt und nun sind wir plötzlich da, mitten im Leben.

Und wir stellen fest, das ist ja gar kein gemütlicher Sonntagsspaziergang der Aare entlang, wo dich höchstens ein paar wilde freilaufende bellende Hunde kreuzen. Nein, wir sprechen hier vom Matterhorn, der Wüste Gobi und dem wilden Amazonas. Nicht entweder oder - sondern und.

Das Pendel des Lebens schwingt - auf zwei Seiten. Wie es ins Gute ausschlägt, schwingt es auch wieder zurück auf die andere Seite. Und hier ist es nicht mehr gut. Das Pendel kann so weit ausschlagen, bis wir unten im dunklen Schlot angekommen sind. Hölle - es kommt mir kein besseres Wort in den Sinn, um das zu umschreiben, was unser Dasein uns tatsächlich auch bringen kann.

Da braucht es nun eben den schwarzen Engel. Wenn das Leben plötzlich in sich zusammen fällt, kein Stein mehr auf dem anderen liegt und wir in der Waschmaschine durchgeschleudert werden, dann brauchen wir besonders viel Liebe und Schutz. Der schwarze Engel symbolisiert die Liebe, die Hoffnung und den Funken Vertrauen, in Zeiten, wo wir es besonders schwer haben, wo das Pendel auf die andere Seite schwingt und es scheint, als ob alle guten Geister uns verlassen hätten. Wenn meine Welt schwarz und dunkel ist, brauche ich keinen rosa Schönwetterengel, nein, dann brauche ich alle Kraft und Liebe, die ich irgendwie anzapfen kann, aber bitte nicht in zartrosa... Der schwarze Engel symbolisiert diese enorme Kraft, die wir freisetzen, wenn uns der Weg durch dunkle Täler führt, die Kraft, die wir entwickeln, wenn wir gezwungen werden, untrainiert die Eigernordwand zu bezwingen, weil unser Leben davon abhängt. Die Kraft, nach der wir nie gefragt haben, weil wir hofften, dass wir sie nie brauchen würden, weil wir hofften, dass es uns verschonen würde, das Leben. Diese finstere Zeit ist die Zeit der schwarzen Engel.

Ich wünsche uns allen, wenn wir traurige Zeiten erleben, auf unserem Weg an finstere Orte geführt werden, nach denen wir nie gesucht hatten, allen die wissen, wie es im heissen Schlot tief unten aussieht, von Herzen einen schwarzen Engel. Einen, der uns begleitet, der die Courage hat und nicht umkehrt, wenn wir durch tiefe Täler wandern, einer, der uns nie vergessen lässt, dass da Liebe ist, dass das Pendel wieder zurückschwingen wird. Und wir ihn irgendwann, wenn die Zeit gekommen ist, weiterziehen lassen und den rosa Engel, der geduldig auf uns gewartet hat, wieder im Leben begrüssen dürfen.

Text: Eliane Weber
...Diesen Text habe ich so verfasst am 10.11.2017... drei Wochen bevor bei meinem Mann Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde... Er hat den ganzen Winter gekämpft, mit aller Kraft, die er freisetzen konnte. Wie ich es in meiner Geschichte zuvor beschrieben habe, haben wir als Familie in dieser Zeit versucht, ohne Bergführer das Matterhorn zu bezwingen. Schritt für Schritt haben wir uns bewegt, sind geklettert, gestürzt und wieder aufgestanden. Umkehren war keine Option... der schwarze Engel hat uns begleitet, rückblickend kommt es einem unwirklich vor, man fragt sich, woher ebendiese Kräfte kamen... 


Entscheide du für dich selbst... 


Mein Mann ist am 13. April 2018 gestorben. Er war 50 Jahre und 5 Monate und 13 Tage auf diesem Planeten.



Doch, ich weinte, als es vorbei war. Ich weinte mir fast die Seele aus dem Leib. Alleine. Und ich war dankbar für die gemeinsamen Jahre. Mit einem Lächeln auf den Lippen darf ich zurückblicken. Und mich freuen, dass sie überhaupt passiert sind.


Und nun werde ich weitergehen. Mein Leben weiterleben. Das wichtigste, was ich letzten Winter gelernt habe, ist, lebe im Heute. Lebe Jetzt. Genau in diesem Moment. Denn gleich wird er schon wieder vorüber sein. 


Ich wünsche dir, liebe Leserin und lieber Leser, von Herzen viele wunderbare Momente auf deinem Weg. Sie werden bleiben. Alles andere ist nur die Beilage...


Herzlich Eliane

November 2018